Wir behandeln den See wie einen Patienten
Das Schäfersee-Verfahren® versteht sich nicht als klassische Gewässersanierung mit einmaligen technischen Eingriffen. Der Ansatz basiert vielmehr auf der kontinuierlichen Beobachtung und gezielten Stabilisierung zentraler biogeochemischer Prozesse im Gewässer. Dazu werden – abhängig vom Zustand des Systems – gezielt Sauerstoff und Nitrat in das Tiefenwasser eingebracht, um die mikrobiellen Abbauprozesse im Wasserkörper und im Sediment zu stabilisieren.
Viele belastete Stadtgewässer entwickeln im Tiefenwasser und im Sediment instabile chemische Bedingungen. Dort wird organisches Material kontinuierlich durch Mikroorganismen abgebaut. Solange ausreichend oxidierende Bedingungen vorhanden sind, laufen diese Prozesse kontrolliert und ohne problematische Nebenprodukte ab.
Fehlen jedoch Sauerstoff und andere Elektronenakzeptoren, verschiebt sich das System in stark reduzierende Zustände. Dann entstehen Faulgase wie Schwefelwasserstoff oder Methan, und zuvor gebundene Stoffe können aus dem Sediment wieder freigesetzt werden. Das Schäfersee-Verfahren® setzt genau an diesem Punkt an: Es stabilisiert die mikrobiellen Prozesse dort, wo ein Großteil der Belastung entsteht – im Tiefenwasser und unmittelbar an der Grenzschicht zum Sediment.
Der Ansatz ist bewusst zurückhaltend. Wir beobachten den Zustand des Gewässers fortlaufend und unterstützen das System nur dann, wenn es notwendig ist. Genau deshalb behandeln wir den See wie einen Patienten: Wir messen „Vital“-Parameter, bewerten die Entwicklung und reagieren gezielt – nicht mehr und nicht weniger.