Verfahren zur Stabilisierung belasteter Gewässer Schäfersee-Verfahren®

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Worum es hier geht Gewässer, die als „hoffnungslose Fälle“ gelten

Das Schäfersee-Verfahren® richtet sich an hochbelastete Gewässer – teils innerstädtisch, teils vor allem durch Regenwasser belastet – bei denen die Gewässerunterhaltung seit Jahren ergebnislos diskutiert wird. Typisch sind dauerhaft hohe Sauerstoffzehrung, faulige Gerüche, zeitweise Fischsterben und eine starke Belastung aus dem Sediment. Gerade in warmen Sommern kippen solche Gewässer häufig: Sauerstoff verschwindet aus dem Tiefenwasser, im Sediment setzen Fäulnisprozesse ein und es entstehen toxische Abbauprodukte wie Schwefelwasserstoff. Gleichzeitig gelangen zuvor gebundene Nährstoffe wieder in das Wasser zurück. In der Praxis werden diese Gewässer deshalb oft als „hoffnungslose Fälle“ betrachtet, weil einfache Maßnahmen den eigentlichen Kernprozess nicht treffen.

Häufig werden dann Einzelmaßnahmen vorgeschlagen: Schilfgürtel, Vorreinigungsstufen, Phosphorfällung, Fontänen oder einfache Belüftungsanlagen. Solche Ansätze können im Einzelfall sinnvoll sein – lösen aber in stark belasteten Stadtgewässern oft nicht die zentrale Ursache: die instabilen Redoxverhältnisse im Tiefenwasser und an der Sediment-Wasser-Grenze. Aus diesen instabilen Bedingungen entstehen immer wieder Sauerstoffdefizite, toxische Fäulnisprozesse, Gerüche, interne Nährstofffreisetzung und neue Belastungsphasen im Gewässer.

Grundprinzip Prozessgesteuerte Stützung

Das Schäfersee-Verfahren® setzt gezielt an den Tiefenwasser- und Sedimentprozessen an. Durch eine gesteuerte Kombination aus Sauerstoff- und Nitrat-Eintrag werden die Redoxbedingungen stabilisiert und unerwünschte Reduktionsprozesse reduziert. Ziel ist es, die natürlichen mikrobiellen Abbauprozesse im Gewässer wieder in stabile, oxidierende Zustände zu überführen und so die Entstehung toxischer Faulgase wie Schwefelwasserstoff sowie die Freisetzung gebundener Stoffe aus dem Sediment zu verhindern.

Es handelt sich dabei nicht um einen einmaligen chemischen Eingriff, sondern um ein monitoringgestütztes Verfahren. Die Dosierung und Steuerung erfolgen standortspezifisch auf Grundlage der jeweiligen Gewässerbedingungen und werden kontinuierlich an den beobachteten Systemzustand angepasst. Das Gewässer wird dabei als dynamisches System verstanden, dessen Zustand fortlaufend beobachtet und gezielt gestützt wird.

Praxisbeispiele Stabilisierung belasteter Gewässer und Unterdrückung toxischer Faulprozesse

Das Schäfersee-Verfahren® wurde im Büro Wassmann entwickelt und für unterschiedliche Belastungssituationen konzipiert. In der Praxis wurde es an verschiedenen Gewässertypen angewendet – von innerstädtischen Seen mit massiven Geruchsproblemen bis zu stark eutrophierten Systemen mit anoxischem Tiefenwasser und belastetem Sediment.

Am Schäfersee zeigt sich seit Jahren besonders deutlich, was das in der Praxis bedeutet: Im Tiefenwasser trat früher regelmäßig Schwefelwasserstoff auf – ein hochtoxisches Faulgas, das unter stark reduzierenden Bedingungen entsteht und Lebensprozesse im Gewässer massiv einschränkt. Seit der Anwendung des Schäfersee-Verfahrens wird dort seit über zehn Jahren kein Schwefelwasserstoff mehr beobachtet. Das ist nicht nur eine Frage des Geruchs, sondern eine grundlegende Veränderung des chemischen Milieus im Gewässer. Wenn toxische Fäulnisprozesse ausbleiben, entsteht wieder ein Raum, der von Organismen genutzt werden kann.

Beobachtungen am Gewässer Wenn toxische Fäulnisprozesse verschwinden, kehrt Leben zurück

Die Veränderung eines Gewässers zeigt sich nicht nur in Messwerten. Sie zeigt sich auch darin, ob ein Gewässer wieder von Lebewesen genutzt wird. Am Schäfersee lassen sich solche Veränderungen inzwischen im Alltag beobachten: Fische, Wasservögel und jagende Tauchvögel nutzen das Gewässer wieder als Lebensraum.

Einige dieser Beobachtungen wurden von Naturbeobachtern und Fotografen am Schäfersee dokumentiert. Eine Auswahl dieser Eindrücke finden Sie auf der Seite Leben am Schäfersee .

Details zu Standorten, Anwendungsbeispielen und Projektkontext finden Sie unter Projekte. Hintergründe zur Entwicklung und wissenschaftlichen Bearbeitung des Verfahrens sind unter Forschung dargestellt. Das Funktionsprinzip ist unter Innovation erläutert.

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